Papa ich vermisse dich...

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war auf deinem Bauch zu liegen und zu schlafen. Unzählige Male habe ich mir mit dir Matrix angesehen und bin immer wieder eingeschlafen. Immer war ich deine Prinzessin. Immer - bis heute. Warum bist du so? Vor 15 Jahren sind Mama und du auseinander gegangen. Warum habe ich nie verstanden. Warum war auch gar nicht wichtig, denn ich vertraute euch. Ich vertraute dir, als du sagtest, dass ich für dich immer die wichtigste Tochter sein würde als meine Halbschwestern geboren wurden. Ich dachte du seist stolz auf mich. Ich dachte auch, dass du immer hinter mir stehen würdest und ich das wichtigste für dich sein würde. Langsam begreife ich, dass es nicht mehr so ist. Du rufst nur noch an, wenn es dir passt und gibst mir damit das Gefühl, dass ich nicht mehr zu deinem Leben gehöre. Wochenlang meldest du dich nicht und wenn bleibt uns nicht mehr als eine halbe Stunde. Papa ich habe Angst, dass du mich irgendwann vergisst. Ich bin diejenige, die je her die wenigste Zeit mit dir verbringen durfte und vermutlich auch überhaupt noch darf. Vor einem Jahr hast du mich Nachts angerufen und ich habe es nicht gehört. Deine Luftnot hat dir damals auch Angst gemacht und du wolltest nur meine Stimme als letzte in deinem Leben hören. Warum möchtest du sie nicht jetzt auch hören, wo du es noch kannst? Ich möchte nicht auf dich verzichten. Merkst du nicht, wie du mir mein Herz mit deiner Art brichst? Meine Nachrichten beantwortest du nicht mehr. Dich interessiert es nicht, dass ich meine Ausbildung mit 1,2 abgeschlossen habe. DU hast keine Ahnung wie es mir geht. Ich habe es leider auch nicht. Sag mir doch bitte was ich getan habe, dass ich dich seit 6 Jahren nicht mehr besuchen durfte, weil ihr angeblich immer alle krank ward. Keine Antwort, keinen Anruf, keine Meldung, keine Liebe. Papa ich vermisse dich. Ich vermisse dich so sehr, dass es mir weh tut. Ich habe Angst, dass uns die restliche Zeit von jetzt auf gleich durch deine Krankheit genommen wird und ich dich nicht noch einmal sehen konnte. Die Angst, dass ich mich nicht mehr verabschieden kann und du nicht weißt, wie viel zu mir trotzdem bedeutest, wie sehr ich dich liebe.

9.7.15 23:18

Letzte Einträge: Im Kampf der Gefühle , Sinnlose Niederschrift am Montagabend , Leben in der Vergangenheit , Neulich, Herzensmenschen, Die Nacht übertreibt

Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(12.7.15 23:01)
Liebe reality.check,

du hast mich mit deinem Eintrag wirklich sehr berührt! Ich konnte nicht anders als einfach loszuweinen! Du erinnerst mich mit dem Eintrag an meine eigene Situation, weil mein Vater sich auch nicht mehr bei mir meldet und auch meinen Geburtstag vergisst oder in Urlaub fährt, wenn ich ankündige, wann ich mal in der Gegend bin.

Du triffst mich wirklich mit deinen Worten und ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst und kann es sehr gut nachvollziehen, dass du leidest und dich nach der Nähe zu deine Vater sehnst.

Tut mir leid, wenn ich etwas durcheinander schreibe, aber wie gesagt, du hast mich echt umgehauen mit deinen Aussagen. Ich dachte vorher mir sei es egal, dass sich mein Vater nicht für mich interessiert und ein Fremder geworden ist, aber jetzt sind alle Gefühle wieder hochgekommen.

Ich wünsche dir ganz ganz fest, dass sich das Verhältnis zu deinem Papa verbessert und wünsche dir ganz viel kraft in der Situation!!

Wirklich toller, ergreifender Eintrag mit sehr starken Worten!

Lg lifeafterlove


Secrets / Website (15.7.15 00:29)
Wow, dass hat mich wirklich berührt und ehrlich gesagt auch ziemlich getroffen. Ich wünsche dir einfach nur das beste für deine Zukunft & das vielleicht noch die Chance kommt, den Kontakt mit deinem Vater wieder aufzubauen.

xoxo Secrets

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen